Vanlife Sicherheit in Südamerika. Das Thema Sicherheit ist im Vanlife Alltag allgegenwärtig. Auch wenn man es locker nimmt, fragt man sich oft: Ist das jetzt hier in Ordnung hier zu stehen? Ist es sicher? Oder sollen wir das anders machen? Und das ist ja nicht nur hier in Südamerika der Fall.

Von Südamerika hört man aber immer wieder Negatives. Die Medien und Filme lassen es aussehen, als ob hier an jeder Ecke Gefahr lauert. Ob es wirklich so ist, erfährst du in diesem Bericht!

Wir leben und reisen seit September 2019 hier in Südamerika. Mit dem Van haben wir Brasilien, Argentinien, Uruguay und Chile bereist. Ohne Van waren wir in Kolumbien. Wir können nur von unseren Erfahrungen sprechen und von Situationen die Menschen erlebt haben, welche wir kennen. 

Wie du im folgenden Bericht oder unserem Video (ganz unten auf dieser Seite) erkennen wirst, ist das die Vanlife Sicherheit eine Balance ist zwischen Vertrauen, positivem Denken aber auch Vorsicht und gesundem Menschenverstand.

Hier kommen nun die 10 Fragen, die uns zum Thema Vanlife Sicherheit am meisten gestellt werden.

1. Hattet ihr Bedenken nach Südamerika zu reisen wegen der Sicherheit?

Wir haben uns sicher unsere Gedanken gemacht. Vor allen hatten wir Bedenken, wie wir uns in Städten mit dem Van verhalten sollen und wie wir dort Schlafplätze finden sollen. Auch hörten wir Geschichten von Korruption und anderen gefährlichen Dingen, die passieren könnten. 

Was wir dann getan haben, ist uns auf die Geschichten und Erfahrungen zu konzentrieren, welche andere Reisende gemacht haben. Denn uns ist aufgefallen, dass die Menschen, welche uns vor Südamerika warnen und sich Sorgen machen, selber noch nie da waren.

Die Reisenden hingegen, welche Südamerika besucht haben, haben positive Erlebnisse zu erzählen gehabt. Wir haben uns also entschieden, uns selbst ein Bild zu machen.

2. Wie sichert ihr euren Van?

Das tun wir auf folgende Wege:

  • Alarmanlage: Diese aktivieren wir, wenn wir den Van verlassen
  • Versteck im Van: Wir haben mehrere Geheimverstecke, in welche wir Wertsachen legen können
  • Van sieht alt aus: Wir haben bewusst einen Van ausgesucht, der nicht der neuste ist und deshalb fällt er nicht so auf, wie neue Wohnmobile
  • Kein Radio oder Wertsachen vorne im Auto: Wenn man bei uns in den Van schaut, sieht man keine Wertsachen
  • Dunkle Scheiben und Vorhänge: Diese machen von aussen unklar, ob jemand drin ist
  • Lenkradschloss: Dieses können wir auch zur Sicherung nutzen
  • Abschliessen: Wir testen meist zwei mal, ob wir wirklich alle Türen geschlossen haben

3. Wie entscheidet ihr ob ein Schlafplatz sicher ist?

Wir sind eher vorsichtige Menschen und wägen immer ab, ob ein Schlafplatz für uns wirklich passt oder ob wir doch noch wechseln wollen. Was uns bei der Entscheidung hilft sind folgende Punkte:

  • Die App iOverlander: In der App finden wir Orte, welche schon von anderen Reisenden „getestet“ worden sind. So wissen wir, ob es erlaubt ist am jeweiligen Ort zu übernachten und ob man auf etwas achten muss. Die Erfahrungen anderer bringt uns in dem Fall viel.
  • Bei Tageslicht ankommen: Wir versuchen immer einen Platz zu finden bevor es dunkel wird, denn so können wir abschätzen, ob uns die Lage passt.
  • Plan B: Wenn wir früh ankommen, haben wir auch die Zeit, den Schlafplatz zu wechseln, falls etwas nicht in Ordnung ist. Das wäre dann unser Plan B.
  • Andere Camper: Wenn andere Camper schon dort stehen, stört das vielleicht unsere Ruhe, aber wir fühlen uns dadurch auch sicher. Wenn was ist, sind wir nicht alleine.
  • Fluchtmöglichkeit: Diese muss frei sein. Zum Beispiel parkieren wir nie mit der Fahrerkabine Richtung Wand, sondern so, dass wir im Notfall wegfahren können.
  • Handyempfang: Der Handyempfang ist von Vorteil, aber oft nicht umsetzbar in der Natur zum Beispiel.
  • Beobachtung: Wenn wir ankommen, sehen wir uns den Platz zuerst mal etwas genauer an. Wir beobachten und entscheiden, ob es für uns stimmt.
  • Bauchgefühl: Und zu guter Letzt hören wir auf unser Bauchgefühl

Wie du siehst, haben wir verschiedene Möglichkeiten einen sicheren Schlafplatz zu finden. Meistens funktioniert das auf Anhieb, nur ein paar mal mussten wir bis jetzt doch noch an einen anderen Platz fahren.

Vanlife Sicherheit in Südamerika

4. Gibt es Orte welche ihr meidet?

Wir meiden Orte vor denen wir gewarnt werden. Wenn zum Beispiel in iOverlander eine Warnung vermerkt ist (die Strasse ist nicht befahrbar oder ähnliches), dann meiden wir diese Orte. Auch hören wir auf Erfahrungen von anderen Reisenden, welche wir unterwegs treffen.

Am Wochenende versuchen wir öffentliche Plätze zu meiden, da zumindest hier in Südamerika immer private Parties veranstaltet. Es ist nicht so, dass diese Orte nicht sicher wären, sondern es kann mühsam werden, wenn man gerne schlafen möchte, aber draussen dr Bär tanzt!

5. Habt ihr euch schon einmal unsicher gefühlt? Wenn ja, wo und wieso?

Ein mal hatten wir das Gefühl doch besser den Schlafplatz zu wechseln. Wir hatten parkiert zwischen zwei kleinen Dörfern und bei Dämmerung kam ein Mann auf einem Moped vorbei. Der stellte uns ein paar Fragen. Eigentlich war nichts schlimmes dran, aber unser Bauchgefühl hat gesagt, wir sollen lieber woanders hin.

Sonst haben wir nie was negatives erlebt.

6. Wie sicher habt ihr euch in den jeweiligen Ländern gefühlt, welche ihr besucht habt. Gibt es da Unterschiede?

Mit dem Van haben wir bis jetzt ganz Argentinien, den Süden Chiles, den Süden Brasiliens und ganz Uruguay besucht.

Argentinien: Eigentlich haben wir uns immer sicher gefühlt, nur manche einzelne Ortschaften waren uns nicht geheuer. Meist so halb verlassene Dörfer irgendwo im nirgendwo.

Chile: Durch die gute Infrastruktur haben wir uns sicher gefühlt.

Brasilien: Brasilianer sind sehr aufgeschlossen und kommen auf einem zu, das kann im ersten Moment für uns Schweizer komisch sein. Da waren wir zuerst misstrauisch. Haben aber schnell gemerkt wie nett die Menschen sind. Somit haben wir uns dann sicher gefühlt.

Uruguay: Auch hier haben wir uns sicher gefühlt. Nur in den Städten haben wir gut aufgepasst auf unseren Van uns unsere Sachen.

7. Wie achtet ihr in grossen Städten auf Sicherheit?

Es ist der selbe Prozess, ob wir in einer Stadt nur parkieren oder dort übernachtet.

Um einen sicheren Parkplatz zu finden, haben wir folgende Möglichkeiten:

  • iOverlander
  • Einen bezahlten und bewachten Parkplatz
  • In der Nähe der Polizei parken
  • Orte mit Videoüberwachung
  • Die Polizei nach sicheren Orten fragen
  • Im Zweifelsfall in der Nähe des Auto bleiben

Wir versuchen auch grosse Städte zu meiden, aber es gibt solche, die wir gerne besuchen. 

Zum Beispiel hatten wir zuerst Bange nach Buenos Aires zu fahren. Eine riesige Stadt und scheinbar eine gefährliche. Unsere Erfahrung hat dann aber das Gegenteil gezeigt. Wir haben uns sehr wohl und sicher gefühlt und haben sogar zehn Tage dort verbracht. Parkiert und geschlafen haben wir zentral an einem kostenlosen Parkplatz in einer guten Gegend. Die Gegend ist videoüberwacht und eine Polizeistation in der Nähe. 

8. Wie sieht es aus mit der Sicherheit auf der Strasse während der Fahrt?

In Südamerika sind nicht alle Strassen schön und sicher. Es können verschiedene Gefahren auf einem zukommen. Die wären unter anderem:

  • Schlaglöcher (Manche sind so gross wie das halbe Auto)
  • Sehr starker Wind
  • Wilde Tiere, wie Guanacos, Sträusse, Schildkröten, Hasen, usw.
  • Regen in Kombination mit schlechter Strasse
  • Andere Fahrer, vor allem grosse Lastwagen, die es eilig haben

Wie sorgen wir für unsere Sicherheit auf den Strassen Südamerikas?

  1. Wir planen voraus. Das heisst, wenn wir wissen, dass eine eher schlecht Strasse vor uns liegt, checken wir die Lage in iOverlander (gibt es Warnungen?) oder wir fragen an Tankstellen.
  2. Wir stellen sicher, dass unser Van im richtigen Zustand ist: Hat es genug oder zu viel Luft in den Reifen? Ist der Luftfilter sauber? Haben wir genug Diesel dabei?
  3. Langsam und vorsichtig fahren.
  4. In der Nacht zu fahren, versuchen wir ganz zu vermeiden! Denn wenn man die Stecke nicht kennt, können plötzliche Schlaglöcher oder wilde Tiere gefährlich werden. Auch gibt es hier keine Strassenbeleuchtungen.

9. Wie sieht es aus mit Korruption?

Wir haben nie so etwas erlebt und das ist in den Gebiete in welchen wir waren wohl auch kein Thema. Wie es wo anders aussieht werden wir auf unserer Reise sehen.

Von wenigen Reisenden haben wir gehört, dass sie schon mal von der Polizei nach Geld gefragt worden sind in Südamerika. Die Situation klärte sich dann aber schnell, wenn die Reisenden auf den Polizeiposten wollten.

Die meisten Reisenden, welche wir kennen, welche durch ganz Südamerika gereist sind, haben jedoch nie so etwas erlebt. 

10. Nehmt ihr Anhalter mit?

Diese Frage haben wir uns von Anfang an gestellt: Sollen wir Anhalter mitnehmen?

Wir haben es bis jetzt nur zwei mal gemacht. Ein mal haben wir einen Franzosen mitgenommen, der schon die ganze Welt bereist hat per Anhalter.

Ein anderes mal ein chilenisches Paar, welches im dunkeln im strömenden Regen standen. Wir konnten sie nicht einfach so stehen lassen. 

Wieso wir nicht jeden mitnehmen? Unser Auto ist unser Zuhause, wir haben unser ganzes Hab und Gut dabei. Und ins Haus würde man ja auch nicht jeden fremden Menschen lassen. Man hat bei der Sekunde, in den man den Anhalter sieht auch keine Zeit, um diese Person einzuschätzen und deshalb lassen wir es oft sein.

Unser Video zum Thema Vanlife Sicherheit in Südamerika findest du hier:

Vertrauen müssen wir einfach haben, denn sonst machen wir uns verrückt und können gleich nach Hause gehen. Es ist eine Kombination zwischen gesundem Menschenverstand, Vorsicht, Vertrauen und positivem Denken.

Wir hoffen auch, falls du noch nie hier warst, gemerkt hast, das Südamerika nicht so schlimm ist wie man sagt.

Wir sind froh hier zu sein und sind gespannt auf alle Länder die noch kommen, denn wie du vielleicht weisst, werden durch ganz Südamerika, dann Mittelamerika und durch Nord Amerika bis nach Alaska fahren. Es gibt von also noch einiges zu sehen.

Unsere Reise kannst du verfolgen auf YouTube, Instagram und Facebook.

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